Impuls zum 10. Sonntag im Jahreskreis

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Datum:
So. 6. Juni 2021
Von:
Elke Jodocy

Von Sinnen

das ist der Wahnsinn

und in allem

suchen wir

den Sinn

der oft

so ganz anders

ist

 

Lebendiger Gott, unser ganzes Leben lang sind wir auf der Suche nach dem Sinn. Öffne du unsere Sinne, damit wir ihn in dir erkennen.

 

Gott segne deine Sinne,

dass sie wahrnehmen.

Gott segne deine Gedanken,

dass sie sich weiten.

Gott segne dein Herz,

damit du ihn wahrnimmst

im Wahnsinn des Lebens.

 

(Predigt-)Impuls

 

„Wahnsinn“ - so schmetterte schon Wolfgang Petry damals und beschrieb darin seine Gefühle über eine verlorene Beziehung. Wie ich den Liedtext las, erinnerte er mich in Auszügen an das alttestamentliche Hohe Lied der Liebe. Eine Liebesgeschichte von Sehnsucht, Suchen, Trauer und dem Glück des Findens. Ja, es ist wahnsinnig, in welches Gefühlschaos uns ein Mensch werfen kann, an dem uns etwas liegt und wenn wir auf einmal feststellen müssen, dass er doch ganz anders tickt als wir es uns von ihm wünschen und erhoffen. Dann gilt es, sich neu aufzumachen und diesen Menschen neu zu entdecken. Nicht anders geht es den Verwandten von Jesus. Eigentlich war für sie alles klar wie er zu sein hat und das ging ja auch ca. 30 Jahre lang gut. Und dann das: Wanderprediger, Wunderheiler, Revolutzer … Das ist der Wahnsinn. Jesus greift im zweiten Teil des Evangeliums genau diese Zerrissenheit seiner lieben Verwandtschaft auf und zeigt, dass es kein Wahnsinn ist, sondern Sinnfindung, eine Sinnfindung, die darin besteht, mit sich im Reinen zu sein, stimmig, authentisch zu sein. Das zu erkennen, schafft eine neue Verbundenheit, einen neuen Sinn. Das ist der Sinn des Lebens, den Jesus uns vorgelebt hat.