Impuls zum 12. Sonntag im Jahreskreis - (C)

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Datum:
Mi. 15. Juni 2022
Von:
ejo

Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele dürstet nach dir. Ps 63,1

Da hält sich jemand Gott hin,

fragt obwohl er fragt,

eigentlich nichts danach,

was die Leute von ihm halten

und wird  in Leid und Tod von dem

gehalten, dem er sich hinhält.

Na, was halten Sie von so jemanden?

 

Gebet

Gott, in dieser Stunde halten wir uns dir hin so wie wir sind. Lass uns so dich und uns selbst erkennen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn und Bruder.

 

Segen:

Gott halte dich,

wenn dich nichts mehr hält.

Gott halte dich aus,

wenn du dich selber nicht mehr aushältst.

Gott halte sich dir hin,

damit du dich ihm hinhalten kannst.

Gott sei dein Halt,

heute und morgen und alle Tage.

 

(Predigt-)Impuls

Irgendwie bin ich diesmal beim Lesen des Evangeliums am Wort „Halten“ hängengeblieben. Da mir selber schon viele Bedeutungen in den Sinn kamen, habe ich nochmals „gegoogelt“. Und dann ist es mir erst recht schwindlig geworden. Aber „halten“ scheint mir das zu sein, worum das Evangelium des heutigen Sonntags kreist. Jesus hält sich im Gebet Gott hin. Danach fragt er die Jünger und Jüngerinnen, was die Leute wohl von ihm halten. Und irgendwie habe ich den Eindruck, obwohl er fragt, dass ihm das letztlich schnuppe ist, weil er um sich selber weiß und weiß, was er von sich und seinem Leben zu halten hat.Ja, er geht noch einen Schritt weiter und sagt uns, was wir von unserem Leben hier und jetzt zu halten haben. Das sind heftige Worte, die sich auch nicht so schnell glattbügeln lassen. Letztlich ist dieses Evangelium nur zu ertragen, wenn wir uns gehalten wissen und in uns ruhen und uns allein von Gott halten lassen. Dann hört alles Schielen nach der Meinung anderer über uns auf. Dann versiegt jedes Streben nach Macht – und sei sie noch so klein -, nach Reichtum und Anerkennung. So ein Halten hält uns innerlich zusammen. Es ist wie ein Innewohnen Gottes in uns, der uns so hält. So eine Haltung ist nicht einfach da, lässt sich nicht einfach machen, aber wir dürfen uns Gott jeden Tag hinhalten und in dieses Sein vor ihm hineinwachsen, auf dass wir andere halten können.