Impuls zum 7. Sonntag der Osterzeit

spirale (c) elke jodocy
spirale
Datum:
Sa. 15. Mai 2021
Von:
Elke Jodocy

Spirale nimm mich mit

in deine Bewegung

dass ich frei werde;

nimm mich mit in deine Mitte,

dass ich geborgen bin;

nimm mich mit in dein Hinauf,

damit ich bei Gott zu Hause bin. 

Lebendiger Gott, du, der du mir die Freude schenkst, Bleibe in mir, damit meine Freude wächst in dem Maß, in dem du in mir wächst. Dann wird meine Freude vollkommen sein in dir. Danke!

Gott tanze mit dir in den Himmel hinein,

in den Himmel seiner Liebe.

Er ziehe dich an sich,

damit du geborgen bist.

Er reiße dich mit,

damit du Freude erfährst.

Er mache dich frei,

damit du in seiner Freiheit leben kannst.

Und er weite dich,

damit du in der Welt bist

und die Welt ein Stück Himmel in sich hat.

 

(Predigt-)Impuls zum 7. Sonntag der Osterzeit

Eine Spirale oder Schneckenlinie ist eine Kurve, die um einen Punkt oder eine Achse verläuft und sich je nach Betrachterperspektive von diesem Zentrum entfernt oder sich ihm annähert. - so steht es bei Wikipedia.

Wie eine Spirale scheint mir dieser Abschnitt aus den Abschiedsreden Jesu und den vergangenen Sonntagsevangelien. Mit ungeheurer Dynamik schraubt sich da ein Gedanke in die Höhe, der Gedanke des Einswerdens mit Gott, der Gemeinschaft untereinander und der Freude. Und wir sind in diese Dynamik mit hineingenommen. Es mag wie beim selbstvergessenen Tanz der Kinder sein, die in ihrem Drehen um die eigene Achse immer mehr das ausleben, worüber sie sich freuen und irgendwann außer Atem anhalten und uns mit vor Freude strahlenden Augen ansehen. Es mag wie der Tanz der Derwische sein, die sich in Ekstase tanzen und darin ein Gotteserlebnis haben. Mir geht es nicht um irgendwelche Verzückungen, genau so wenig wie es den Derwischen darum geht, sondern um eine Freude, die aus der tiefen Verbindung mit Gott herrührt und die Kraft hat, die Welt ein kleines Stück zu verändern, weil sich weder die Kinder noch die Derwische im Letzten um sich selber drehen, sondern in ihrer Innerlichkeit sich eigentlich aus sich herausdrehen und sich den Menschen zuwenden.

Vielleicht wagen wir bald auch ein kleines Freudentänzchen, weil die Pandemie zu Ende geht, wir aus unserer – zugegebenermaßen nicht freiwilligen - Innerlichkeit mit einer neu gewonnenen Reife auf die Menschen zugehen und sie mit hineinnehmen in unsere Freude über unseren Gott, der uns an sich ziehen will.