Impuls zum Christkönigfest

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Datum:
Fr. 19. Nov. 2021
Von:
Elke Jodocy

Stellen Sie sich einmal vor, da käme ein Mensch vor die Kamera,

gezeichnet von den Foltermethoden von einem totalitären Regime dieser Welt, und würde erklären, dass er oder sie ein König sei. Ich weiß nicht, wie verschiedene Sender über diesen Menschen berichten würden: Schaulustig? Spöttelnd?
Und doch geschieht es immer wieder durch die Regimekritiker unserer Tage, dass sie sich unbeirrbar der Wahrheit ihres Landes stellen und dafür einstehen. Herr Nawalny ist da nur ein Beispiel. Ich gebe zu, diese Menschen beeindrucken mich sehr und stellen auch stumm Fragen an mich: Wie frei bin ich wirklich? Was bin ich bereit, für die Wahrheit und Freiheit einzusetzen? Gott sei Dank leben wir in einem freiheitlichen und demokratischen Staat, aber auch bei uns stellen sich immer wieder die Fragen: Wie frei bin ich wirklich? Wofür bin ich bereit einzutreten? Welche Wahrheit bestimmt mich? Wo entscheide ich in einer inneren Freiheit eines Königs, einer Königin? Wo bin ich mir im tiefsten Herzen bewusst, dass mir diese Würde nicht genommen werden kann?
Es sind eben die kleinen, alltäglichen Entscheidungen, die mich anfragen: Glaube ich wirklich, dass ich ohne eine bestimmte Zahncreme doch ein strahlendes Lächeln zu Stande bringe? Bricht mir ein Zacken aus der Krone, wenn ich mich auf Menschen einlasse, die scheinbar unter meinem finanziellen und intellektuellen Niveau sind? Verliere ich sofort die Würde, wenn ich einen Fehler eingestehe oder mich sogar entschuldige?
Bei all diesen Fragen, die manchmal ganz schön nagend sein können, darf ich mir trotz allem, trotz vielleicht auch so mancher schmerzlichen Antwort bewusst sein, dass gerade dieser verwundete und schwache Jesus mir diese Würde zuspricht. Denn allein in der Wahrheit bin ich Gottes Königskind.
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Ich habe die Wahl
zwischen dem König von Mallorca
und dem König der Wahrheit.
Ich habe die Wahl
zwischen Vergänglichkeit
und Ewigkeit.
Und weil ich die Wahl habe,
bin ich frei von all dem,
worin andere mich einzwängen wollen:
in Schubladen, Vorstellungen, Vorurteilen,
in Verwandtschaftstauglichkeit und
Leistungsbemessung.
Also bin ich doch ein König
in der Freiheit
in der Wahrheit
mich meinem Leben zu stellen.
Und daher stehe ich
Christus, dem König.
Und daher schaue ich
die Wahrheit meines Lebens
und werde selber
zum König und zur Königin
vor Gott,
vor dem ich mich knie.