Impuls zum zweiten Sonntag der österlichen Bußzeit (C) 2022

Schmetterling bunt 20220313 (c) pixabay
Schmetterling bunt 20220313
Datum:
Do. 10. März 2022
Von:
ejo

Mein Herz denkt an dein Wort: Sucht mein Angesicht! Dein Angesicht, Herr, will ich suchen. Verbirg nicht dein Gesicht vor mir. Ps 278-9

Impuls:

Gegenwart

nicht „ach wie war das schön“

nicht Wolkenkuckucksheim

sondern hier und jetzt

nicht festhalten wollen

nicht flüchten wollen

sondern stehen bleiben

sich der Gegenwart stellen

mit Leib und Seele

darin meine ganze Leidenschaft geben

und spüren:

der Augenblick wandelt sich

 

Gebet:

Lebendiger Gott, oft sind wir überflutet von den Ereignissen, die auf uns eindringen; von Berichterstattungen und Prognosen. Hilf du uns, ganz im Jetzt zu sein und dieses Jetzt zu leben mit aller Kraft und Leidenschaft und das Vergangene und das Zukünftige in deine Hand zu legen.

 

Segen:

Gott, segne deine und meine Gegenwart.

Er segne jeden Atemzug

und jede Wahrnehmung.

Er segne jeden Augenblick

und jedes Jetzt,

damit sich seine Verheißung

erfüllt:

Leidenschaftliches Leben!

 

(Predigt-)Impuls

Ich weiß nicht, wie es Ihnen ergangen ist: In den letzten Wochen und Monaten, ja in den letzten beiden Jahren bin ich an manchen Tagen bald verrückt geworden vor lauter „Spezials“ und „Brennpunkten“ und Prognosen von Modellierern. Daher habe ich mir für diese Fastenzeit ein gewisses „Nachrichtenfasten“ auferlegt, nicht um die oft grausame Wirklichkeit zu ignorieren, aber um mich selber auf das Wesentliche zu besinnen und so Kraft zu finden für die Hilfe, die wirklich Not tut. Stellen Sie sich nur vor, wenn Jesus seinen Freunden auf dem Berg Tabor etwas von seiner mysteriösen Geburt und den Sterndeutern und dem bald entstehenden Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ vorgeschwärmt hätte. Oder dann für die Zukunft genau berechnet hätte, wie lange wohl sein Kreuzestod dauern würde und wie vieler Löwen es bedürfe, um die ungeliebte Sekte der Christen zu vernichten. Zugegeben, das ist arg spitz formuliert. Aber es bringt in dieser Zuspitzung für mich auf den Punkt, was zur Zeit öfters als einmal bei uns passiert und uns den Boden unter den Füßen wegzuziehen droht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es gut ist, nicht alles vorher zu wissen, was auf einen zukommt und umgekehrt, nicht im wahrsten Sinne des Wortes, die Vergangenheit zu verklären. Von daher ist es gut, dass auch Jesus uns ganz pragmatisch vom Berg wieder hinab führt und uns auf die Beine stellt, damit wir uns der Gegenwart stellen. Nur in der Gegenwart werden wir seine Gegenwart erfahren. Nur so können wir mit Gottvertrauen und seiner Zusage in die Zukunft gehen. Das Taborerlebnis mit all seinen Facetten ist die Einladung Jesu an uns, uns der Gegenwart mit all unseren Kräften zu stellen.