Verschaffe mir Recht, o Gott, und führe meine Sache gegen ein treuloses Volk! Rette mich vor bösen und tückischen Menschen, denn du bist mein starker Gott. Ps 43, 1-2
Impuls zum 5. Sonntag in der FASTENZEIT C - Passionssonntag
seht da
SIE
die Ehebrecherin
die Verzweifelte
seht da
SIE
die Liebe sucht
sich nach Geborgenheit sehnt
Zuneigung erhofft
einfach nur leben will
seht da
WIR
die Liebe erfahren
die Geborgenheit erleben
die Zuneigung geben
die leben
Seht da
Wir
da ist SIE
Wir und SIE
neue Gemeinschaft ?!
Gebet
Unser Gott, wie schnell sind wir dabei über andere ein Urteil zu sprechen: Guter Gott öffne unsere Augen für die Not und manchmal auch verzweifelte Situation von Menschen. Mache unsere Sinn einfühlsam für das, was in dem Gegenüber vorgeht. Erfülle uns mit deiner Barmherzigkeit, dass wir so zu lebendigen Zeug Innen deiner frohen Botschaft werden. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Bruder, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und wirkt durch Zeit und Ewigkeit. Amen.
Segen
Der Friede Gottes, der all unser Begreifen übersteigt, befreie uns von allem was auf uns lastet.
Die Gemeinschaft Jesus Christi umgebe uns wie eine bunte Wiese im Frühjahr.
Der Atem des Heiligen Geistes durchströme uns wie lebendiges Wasser.
So ergreife uns der Segen des barmherzigen Gottes:
Des + Vaters, des + Sohnes und des + Heiligen Geistes. Amen.
Predigt(Impuls)
Ist Ihnen etwas aufgefallen? Die uns so vertraute Geschichte von Jesus mit der Ehebrecherin spielt genau an dem Ort, an dem die Freundschaften Jesu in der Nacht des Gründonnerstags auf eine harte Probe gestellt werden. Jeder und jede, die in irgendeiner Beziehung lebt weiß, dass wirkliche Gemeinschaft gepflegt werden und auch Vieles aushalten muss. Wie sagt ein Sprichwort: „Ehen werden im Himmel geschlossen und auf der Erde gelebt.“ Und dann ist das auf einmal gar nicht mehr so einfach mit den Schuldzuweisungen: Klar, dass der oder die schuld ist, dass die Beziehung zerbrochen ist! Vorschnelles Urteilen wird keinem gerecht. Zumeist sind es viele Dinge, die eine Beziehung scheitern lassen. Zur damaligen Zeit und noch weit in die Neuzeit hinein war eigentlich immer die Frau schuld, wenn die Ehe in die Brüche ging. Sie war Eigentum des Mannes, der über sie verfügen konnte. So war es über viele Jahrzehnte hinweg ein Eigentumsdelikt, wenn ein anderer Mann die Frau verführte. Skandalös und mehr als nur Unrecht. Kein Wunder, dass da so manche Frau das Weite suchte, auch wenn sie wusste, das es lebensgefährlich war. Jesus setzt Beziehungen in ein neues Bewusstsein. Wenn er sagt: „Sündige von jetzt an nicht mehr!“, dann kann das auch heißen: „Schneide dich nicht wieder von dem Leben ab, das Gott dir geschenkt hat! Suche das Leben, das er dir verheißt!“ Es geht um neue Beziehungen. Das gilt auch, wenn der Mann oder die Frau gestorben ist. “Suche eine neue Beziehung zu ihm / zu ihr! Schau wie über den Tod hinaus deine Beziehung gelingen kann!“ Nur eine Randbemerkung: Am Ölberg wird die Himmelfahrt Jesu verortet, Sinnbild für das Durchbrechen zu einer neuen Gemeinschaft, zu einem neuen Leben, wo der Himmel offen steht.