Ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel. Nun läßt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast. Lk 2,29-32
Impuls zu Darstellung des Herrn
„Du stellst etwas dar!“
Groß, wunderschön, fast unnahbar.
Gott stellt sich dar:
Als kleines Kind von armen Eltern
Voll Vertrauen
dass die Menschen ihm seine Darstellung abnehmen
und ihn aufnehmen
als der
der er ist:
Liebe uns mit Leib und Seele hingegeben.
Gebet
Gott, in Jesus stellst du uns dar wie du dich uns zuneigst: Ganz und gar, kein Schauspiel, sondern mit Leib und Seele. Hilf uns, dass wir dich in dem kleinen Kind Jesus nicht niedlich finden, sondern ernst nehmen als der, der du in ihm bist: Unser Gott, der verletzlich wurde und unsere Verletzungen heilt.
Segen
Gott segne dich,
dass du dich nicht darstellen musst als der, der du nicht bist.
Gott segne dich,
dass du Mensch sein darfst, ganz und gar,
mit allen Verletzungen und allen Freuden.
Gott segne dich,
dass du dich ihm hingeben kannst
mit Leib und Seele.
(Predigt-)Impuls
Hoppla, da bin ich aber heute über den offiziellen Namen des Festes gestolpert „Darstellung des Herrn“. Für mich ging der Theatervorhang auf. Aber die Darstellung, die sich dahinter verbarg und verbirgt ist nicht die, die ich erwartet habe. Da produziert sich keiner vor den anderen als Star, bringt keine Performance auf die Bühne. Da tut sich der Vorhang auf und wir erkennen Gott, wie er sich uns zuneigt.
Da kann ich nur in Stille und Staunen vor verweilen.
Da fällt meine eigene Performance als scheinbar gute Christin und erfolgreiche Frau, die mitten im Leben steht, zusammen.
Da brauche ich nur zu sein und zu schauen und mich darauf einzulassen.
Da dürfen meine Masken fallen und ich darf Gott gleich Mensch werden.
Da brauche ich keine modischen Kleider, kein von Schauspielern erlerntes Auftreten, keine barocken Gewänder.
Ich darf in dieses Bild eintauchen, selber ein Teil dieses Bildes werden, vielleicht neben Simeon oder doch lieber neben Hannah, vielleicht traue ich mich auch an Josef oder Maria heran. Vielleicht entsteht in mir der Wunsch, dieses Kind selber zu halten, ich als ich und nicht als der perfekt Darstellende.
Gott stellt sich dar, wird einer von uns und gibt sich uns so hin.
Vielleicht tauche ich in meinem Leben immer mehr in dieses Bild ein, gebe mich diesem Bild hin, werde selber einer der Hingebenden als Simeon, als Hannah, als Josef, als Maria oder sogar als Jesus. Und dann darf ich für andere ein Stück vom Vorhang aufmachen und darauf vertrauen, dass sich ein wenig in mir das göttliche Antlitz spiegelt.