Der Himmel tat sich auf, und eine Stimme sprach: Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Halleluja! Mt 3,16-17
Impuls zum Fest „Taufe des Herrn“
„Nee, nee, datt jibt et nich!“
Das kann ich nicht zulassen.
Wo kämen wir denn da hin,
wenn die ganze Hierarchie
auf den Kopf gestellt würde?
„O jo, datt jibt et“
Weil Gott es so will:
Taufe stellt alles auf den Kopf.
Gebet
Gott, wir danken dir für unsere Taufe. Hilf uns immer mehr zu begreifen und zu leben, was dieses Sakrament bei uns auf den Kopf stellt.
Segen
Gott wasche dich,
dass du all deine verquerten Gedanken ablegst
und seine Gedanken denkst.
Gott salbe dich,
dass du dich in deiner Haut wohlfühlst
und seine Würde in dir trägst.
Gott umhülle dich,
dass du die Reinheit des Herzens bewahrst
und in ihm geborgen bist.
Gott erleuchte dich,
dass dein Leben hell sei
und du seinen Weg erkennst.
Gott öffne dich,
dass du hörst und siehst
und ihn verkündest.
(Predigt-)Impuls
Stellen Sie sich das einmal vor: Ihr Chef käme oder wäre gekommen, hätte sich an die Schreibmaschine gesetzt oder würde Ihren PC nehmen und sagen: „Frau N.N. gehen Sie mal anstatt von mir in die Konferenz. Den Inhalt und meine Position kennen Sie ja. Ich schreibe in der Zwischenzeit Ihr Protokoll zu Ende.“ oder „Herr N.N. geben Sie mir mal das Werkzeug her. Die Reparatur kann ich auch mal machen. Gehen Sie doch bitte zum Geschäftsessen mit Herrn Direktor XY. Das tut Ihnen auch mal gut und sicherlich werden Sie sich mit ihm gut verstehen.“
Keine Sorge, es ist noch kein Karneval. Es wäre etwas anders ausgedrückt die Realität, in die Jesus sich seit seiner Taufe stellt. Er stellt die Hierarchien auf den Kopf.
Aber ganz ehrlich: Es ist doch richtig gut, wenn der Chef / die Chefin auch den Alltag in seiner / ihrer Firma kennt. Und wie wohltuend ist es, wenn die Vorgesetzten den Betrieb von der Pike auf kennen. Mein Uralt-Geschäftsführer in einer großen Warenhauskette war auch so einer, der sich mit Metermaß im WSV in die Weißwarenabteilung stellte und seiner alten Lehrmeisterin die schwere Arbeit abnahm. Sein Jakett mit teurer Seidenkrawatte fand man dann zwischen den Stoffballen.
So ist Jesus. Wir könnten sagen: Er kennt seinen Laden von innen. Er kam nicht mit einem lauten Babygebrüll „Ich bin Gottes Sohn“ zur Welt, sondern mit einem leisen Wimmern nach Nahrung und Geborgenheit. Er ließ nicht arbeiten, sondern war sehr wahrscheinlich bis vor seiner dreijährigen Predigertätigkeit Zimmermann.
Wie gut steht es auch uns an, immer wieder über unseren Schatten zu springen und nicht moderne Müsstiker zu werden, so nach „man müsste mal“.
Jesus ist in das menschliche Wesen ganz eingetaucht. Er war genau so wie er Gottes Sohn ist mit Leib und Seele, mit Herzblut Mensch. Und kein Wunder, dass er bei seiner Taufe die Welt auf den Kopf stellt. Lassen wir uns seit unserer Taufe von ihm auf den Kopf stellen, eine heilsame Menschwerdung.