Impuls zum fünften Sonntag in der Fastenzeit - Passionssonntag (A) 2026

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Datum:
Di. 10. März 2026
Von:
ejo

Verschaffe mir Recht, o Gott, und führe meine Sache gegen ein treuloses Volk! Rette mich vor bösen und tückischen Menschen, denn du bist mein starker Gott. Ps 43, 1-2

Impuls zum fünften Sonntag in der Fastenzeit - Passionssonntag

 

Höhle

Zeichen der Erde

Zeichen des Werdens

Aufforderung

über sich selbst hinaus zu wachsen

Verheißung

neuen Lebens

 

Gebet

Gott, durch Jesus hast du Lazarus zu neuem Leben erweckt. Lass für uns die Höhle irdisches Zeichen des Werdens sein und zulassen, was du in uns heranreifen lassen willst.

 

Segen

Gott segne deine Höhle,

dass du ausruhen kannst vom Leid.

Gott segne deine Höhle,

dass du werden kannst.

Gott segne deine Höhle,

damit du heraustreten kannst aus allem, was dich gefangen hält.

Gott segne deine Höhle,

dass du über sie hinauswachsen kannst in ein neues Leben.

 

(Predigt-)Impuls

„Von der Erde bist du genommen; zur Erde kehrst du zurück, der Herr aber wird dich auferwecken!“ Dieser Satz bei der Beerdigung, der mit dem Erdwurf verbunden ist, wird von Vielen als bedrückend und bedrohlich empfunden. Dieser Satz wirft uns sinnbildlich auf das zurück, was wir sind: Erde, Staub. Er führt uns am letzten Fastensonntag auch noch einmal zurück an den Aschermittwoch und lädt uns ein, bevor die Heilige Woche beginnt, über das nachzudenken, was sich in der zu Ende gehenden Fastenzeit in uns getan hat. Die Fastenzeit, so können wir sie vielleicht in ein Bild fassen, ist wie eine Höhle, in der wir uns einmal jährlich zurückziehen können. Ruhe, Stille, Nachdenken. Es kann für uns eine Zeit des neuen Kräfte-Sammelns geworden sein. Sicherlich kann es auch geschehen sein, dass wir in diesen Wochen ein Stück deutlicher unsere Gebrechlichkeit und Schwachheit gespürt haben, aber auch den Schonraum der Ruhe.

Ich weiß, dass das alles auch ein Stück weit Idealvorstellungen sind. Aber vielleicht ist es Ihnen und mir für eine kurze Zeit gelungen, so eine „Höhlen-Atmosphäre“ zu spüren. Höhle, sie ist Schutzraum und gleichzeitig ein Raum, der neugierig macht, vielleicht neugierig darauf, was ich in mir selber entdecken kann. Und dazu habe ich jetzt Zeit gehabt.

Doch es gilt, nicht in der Höhle zu bleiben, sich vor dem Leben mit all seinen Höhen und Tiefen zu verstecken. Es gilt, den Weckruf Jesu zu hören. Und es ist klar, dass dieses Heraustreten aus der Höhle nicht ganz einfach ist. Man spürt vielleicht im übertragenen Sinn, dass da nicht alles auf einmal ganz neu ist. Es mag noch das ein oder andere an einem haften, was einen gefangen hält oder unbeweglich macht. Es mag sein, dass das Licht einen noch ganz schön blendet. Aber langsam darf ich vielleicht mit der Hilfe Anderer hinaustreten, mich hinauswagen. Wichtig ist dabei, dass mir dann auch die Freiheit gelassen wird, wirklich ein neues Leben zu beginnen, das sicherlich noch nicht mit dem himmlischen vergleichbar ist; das noch sehr erdverhaftet ist. Aber ich darf den Himmel in meinem Leben ein wenig erahnen. Dazu muss ich dann auch dahin gehen wo ich hingehen will, nicht wo mich Andere hinschubsen.

Das, was ich da gerade bildhaft versucht habe über die Fastenzeit zu beschreiben, ist letztlich der Weg aus jeder Krise, ein schon österliches Bild.

Und auch wenn wir jetzt sehr konkret in den biblischen Texten der kommenden Wochen in das Leiden Jesu eintreten, so treten wir in diese Zeit ein mit dem Wissen um den Ruf Jesu, der uns zu neuem Leben führt.