Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. Allen, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden. Halleluja. Joh 1,14a.12a
Impuls zum 2. Sonntag nach Weihnachten
Engel des Herrn -
gebetet
vergessen
heruntergeleiert
Nicht vergessen
nicht abgehakt
von Gott,
denn das Wort ist Fleisch geworden
Gebet
Gott, dein Wort ist Fleisch geworden. Das können wir nicht oft genug beten, weil es ein ungeheuerliches Geheimnis ist, für das wir dir danken, jeden Tag, bei jedem Glockenschlag.
Segen
Gott segne dich, wenn die Glocke schlägt,
damit du weißt, was die Uhr geschlagen hat.
Seit der geweihnten Nacht – seit Weihnachten -
segnet Gott die Erde unablässig.
So segne er dich,
werde Fleisch in dir
und zeige dir sein menschliches Antlitz.
(Predigt-)Impuls
„Und das Wort ist Fleisch geworden“ - Das ist die Zusammenfassung des theologisch-rhetorisch perfekten und doch so komplizierten Johannes-Prologs. Was mich daran fasziniert, dass gerade dieser Satz Einzug in den „Engel des Herrn“ gefunden hat, jenes Gebetes, das die hohen Theologen gnädigerweise dem einfachen Volk, das kein Latein konnte, als Ersatz für das Brevier zur Verfügung gestellt hat, damit auch diese armen Schlucker den Tag heiligen könnten. Was aus dieser für mich schieren Arroganz heraus entstanden ist, finde ich einfach nur Gottes andere Wege. Beim Morgen- Mittags- und Abendläuten werden wir an diesen Satz erinnert. Ja Gott hat durch seine Menschwerdung unser Leben geheiligt. Er hat uns sein Antlitz gezeigt, seine Herrlichkeit, keine Herrlichkeit aus Gold und Edelsteinen, sondern seine Herrlichkeit im menschlichen Gesicht, im menschlichen Körper. Es entspricht seinem Schöpferwillen, nach dem er uns als sein Ebenbild erschaffen hat.
Und es ist für den Evangelisten Johannes typisch, der aus der griechischen Philosophie kommt, dass er Materie und Geist gegeneinander ausspielt und dabei dem Geist den Vorrang gibt. Daher eben auch das Negativbild vom menschlichen Gezeugt- und Geborenwerden. Das ist im Hebräischen ganz anders. Dort gibt es diese Trennung nicht. Also wenn man so will, ein äußerst menschlicher Zug des Johannes, der in diesen heiligen Text seine Herkunft im Denken einfließen lässt.
Aber wenn wir beten, dass Gottes Wort Fleisch geworden ist, dann meint das mehr als den Körper, dann meint es Gottes Wesen, Gottes Sein ist in Jesus gegenwärtig, daher Gottes Sohn. Und diesem Sohn Gottes dürfen wir unsere Zeit weihen, dass sie einfließe in Gottes Ewigkeit.