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Liebe Mitchristen,
mit dem Aschermittwoch beginnt jedes Jahr eine besondere Zeit: die Fastenzeit. Sie dauert 40 Tage und führt uns auf Ostern zu. Hinter uns liegen die Tage des Karnevals, Tage des Feierns, des Lachens und der Geselligkeit. Das ist gut, denn das Leben braucht Freude. Doch nun wird es ruhiger. Die Kirche lädt uns ein, innezuhalten.
Die Fastenzeit ist keine traurige Zeit, sondern eine wertvolle Zeit. Sie lädt uns ein, neu auf unser Leben zu schauen und zu fragen, was wirklich wichtig ist. Fasten bedeutet nicht nur, auf Essen oder Süßigkeiten zu verzichten. Fasten kann auch heißen, weniger Streit zuzulassen, weniger verletzende Worte zu sprechen und bewusster mit der eigenen Zeit umzugehen. So kann mehr Raum entstehen: für Gott, für andere Menschen, für Dankbarkeit und für das, was unser Herz stärkt.
Vielleicht ist diese Zeit eine gute Gelegenheit, etwas loszulassen, was belastet. Vielleicht kann etwas Neues wieder mehr Platz bekommen. Vielleicht wächst der Wunsch nach Gottes Nähe, nach Stille, nach einem ehrlichen Gebet. Die Fastenzeit ist keine Pflicht, sondern eine Einladung – eine Chance, bewusster zu leben und sich neu auf Gott auszurichten.
Guter Gott, du schenkst uns diese besondere Zeit als Weg der Besinnung und der Erneuerung. Hilf uns, stiller zu werden und auf unser Herz zu hören. Zeige uns, was wir ändern können, und stärke uns in dem, was gut ist. Begleite uns auf dem Weg nach Ostern und lass uns wachsen im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, der mit dir lebt und wirkt in der Einheit des Heiligen Geistes, heute und alle Tage. Amen.
Ich wünsche uns allen eine gute und gesegnete Fastenzeit – für jeden persönlich und für uns als Gemeinschaft.
Wieslaw Kaczor, SDS