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Dazwischen
Liebe Mitglieder des pastoralen Raumes Hl. Hermann Josef!
Die Zeit zwischen der Auferstehung Jesu und der Aussendung des Heiligen Geistes ist eine ZWISCHENZEIT!
Dazwischen passiert sehr viel. Nach Jesu grausamem Tod sind die Anhänger, Freunde und Jünger Jesu zuerst in Schockstarre. Sie haben Angst vor den religiösen Eliten und dem Volks Mob, dass sie das gleiche Schicksal ereilen könnte. Sie verstecken sich.
Doch schon bald geschehen seltsame Dinge. Das Grab ist leer. Die Frauen berichten, dass Jesus ihnen erschienen ist und lebt. Der auferstandene Herr begegnet seinen Jüngern. Zwei begleitet er nach Emmaus. Er kommt sogar durch verschlossene Türen er begegnet den Jüngern im Alltag, z. B. als sie fischen gehen und nichts fangen. Da rät er ihnen, nochmal hinauszufahren. Diesmal ist das Netz voll. Gemeinsam ist diesen Geschichten, dass er zunächst nicht erkannt wird. Er gibt sich zu erkennen, sei es, dass er sie konkret anspricht, wie Maria von Magdala beim Grab, zu den beiden Jüngern stößt, die nach Emmaus gehen, er ihnen die Schrift erklärt und sie ihn beim Brotbrechen erkennen oder er gibt ihnen einen Auftrag wie den Jüngern beim Fischen.
Jede dieser Begegnungen sind eine tiefe, existentielle und berührende Erfahrung. Alle, die diese Erfahrung gemacht haben, sind so erfüllt, dass sie ihre Erfahrungen weitergeben müssen.
In der Zeit dazwischen zeigt Jesus, dass er auch weiter bei den Menschen ist, sie führt, heilt und ihnen Kraft gibt. Er sagt ihnen auch klar, dass er sie verlassen wird und zum Vater geht. Aber er wird den Heiligen Geist senden, der immer bei seinen Freunden und Jüngern sein wird. Diesen Geist, diese tiefe existentielle Gotteserfahrung schenkt er seiner Kirche und uns Menschen bis heute. Immer wo wir gemeinsam beten, Eucharistie feiern oder auch in unserem Alltag erfahren wir den Heiligen Geist.
Heute wird in Deutschland viel über den Zustand der Kirche geklagt. Die Mitglieder laufen in Scharen weg, die Kirchen leeren sich zusehends, Glaube droht aus der Öffentlichkeit zu verschwinden. Die Menschen sind verunsichert und haben Angst vor der Zukunft. Vielleicht kann das folgende Gedicht von Ilse Pauls uns einen Weg zeigen:
Der Anfang war einfach und leicht
Brot gemeinsam gebrochen einmütig am gleichen Ort
von einem Mut beseelt von einer Hoffnung bestärkt
von einer Einheit geträumt Güter geteilt
Sie hatten alles gemeinsam. Sie waren ein Herz und eine Seele …
Später:
Regeln Gesetze
Pflichten Organisation
Gruppen Teilungen
Wo bleiben das Herz und die Seele …
In diesem Sinne, allen ein frohes und gesegnetes Pfingstfest.
Pater Georg Herr, SDS