Immer im Dienst und mit Herzblut dabei - die Pfarrsekretärinnen der GdG Steinfeld

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Mi 24. Jun 2020
Gudrun Klinkhammer

GdG Steinfeld. "Irgendwie sind wir immer im Dienst, vieles ist dabei so selbstverständlich. Die Leute wissen, wo man wohnt, und kommen noch am Abend. Doch die Nähe zu den Menschen ist ja auch gerade das Schöne. Wenn diese Nähe nicht mehr gelebt wird, dann können wir zumachen." Pia Olion ist eine der Pfarrsekretärinnen in der GdG (Gemeinschaft der Gemeinden) Steinfeld, die am Netzwerk-Sekretärinnentreffen im Pfarrheim in Kall teilnahm und spricht aus Erfahrung.

GdG-Koordinatorin für den Personalbereich, Maria Mattes, führte die Treffen ein, und folgt damit einer Entwicklung, die nicht nur Kirche betrifft. Maria Mattes: "In der GdG wächst alles zusammen, alle Gemeinden werden zusammengeführt, ebenso die Büros."

Was die Koordinatorin und die acht Sekretärinnen alle bedauern, ist, dass der Beruf der Pfarrsekretärin kein Ausbildungsberuf ist. Verwaltungsfachangestellte, Steuerfachgehilfin, Bankkauffrauen, Industriekauffrau, Groß- und Außenhandelskauffrau, Kauffrau für Verkehrsservice und eine geprüfte Bilanzbuchhalterin finden etwa den Weg in die Pfarrbüros, doch dann gilt es, weiter zu lernen. Maria Mattes: "Die Verwaltungsarbeit hat zugenommen, die Digitalisierung nimmt immer noch weiter Fahrt auf, der Umgang mit dem Meldewesen, der Datenschutz, das Führen eines elektronischen Treuhandkontos, all' das muss vermittelt werden." Die Pfarrbüros sind ein Drehpunkt für die Angelegenheiten im Gemeindeleben. Sie sind die Anlaufstelle für viele Anliegen der Gemeindemitglieder. Und die Seelsorger könnten ohne sie gar nicht arbeiten. Fortbildung und Austausch sind da unerlässlich. Für eine Hochzeit, die von außerhalb in Steinfeld gebucht wird, braucht das Anlegen der Daten mehr als eine Stunde, wenn denn mal alles glatt läuft. Maria Evertz: "Manchmal telefoniert man noch lange hinter den Leuten her." Doch Maria Evertz, eine der Dienstältesten im Bunde, weiß auch: "Es ist ein wundervoller Beruf, der viel Spaß macht und in den man viel Herzblut fließen lassen kann."

Maria Mattes: "Der Beruf der Pfarrsekretärin wird oft unterschätzt, da kommen Fragen wie etwa: ,Was macht ihr denn den ganzen Tag?' " Von wegen nur einfach da sitzen und ab und an mal eine Taufe annehmen, von diesem Klischee sind die acht Damen in der GdG-Steinfeld weit entfernt. Dienstälteste ist Hilde Schwarz mit 32 Jahren Mitarbeit, gefolgt von Maria Evertz, Hildegard Griwenka, Pia Olion, Ute Jansen und Margarete Löbach. Ganz neu dabei sind jetzt Alexandra Mertens und Nicole Lietzow. Nach der Arbeit während des Netzwerktreffens kam es dann zum gemütlichen Teil.

Hildegard Griwenka erinnerte sich schmunzelnd noch an ihren etwas kuriosen Einstand: "Pfarrer Hellwig bekam Besuch und ich sollte Kaffee machen. Das tat ich denn auch, und stellte alles auf den Tisch; Kaffee, Milch, Zuckerdose. Was ich nicht wusste: Im Haushalt Hellwig, zu dem eine Zeit lang auch die Eltern des Pfarrers zählten, war grundsätzlich in der mit dem Wort 'Zucker' beschrifteten Dose Salz. Das Salz landete denn auch an diesem denkwürdigen Nachmittag im Besucherkaffee...." Pia Olion erinnert sich an nächtliche Bügelaktionen für ein neues Gewand von Pfarrer Wieslaw Kaczor. Hilde Schwarz weiß von Bürgern zu berichten, die noch einen Anzug anziehen, bevor sie eine Messe bestellen. Noch lange nach dem eigentlichem "Dienstschluss" nach dem Netzwerktreffen standen die Frauen im Garten des Kaller Pfarrhauses zusammen und tauschten sich aus und lachten; und sie wissen genau, einen wirklichen Dienstschluss gibt es eben in manchen Berufen nie. Und das ist auch gut so, das muss so sein.
eingestellt am 16-juni-2020