In Barweiler für kranke Freundin Kerze angezündet

Collage Nettersheim Barweiler (c) HeJo
Collage Nettersheim Barweiler
Datum:
Sa 26. Sep 2020
Von:
Gudrun Klinkhammer

Nettersheim/Barweiler. "Wir hatten keine Verluste und auch sonst hat alles sehr gut geklappt.

Wir sind alle gut angekommen. Zwar war das Wetter vor allem am Nachmittag nass und auf den Höhen windig, dennoch war die Stimmung ausgezeichnet." Rundum zufrieden und mit etwas Schalk im Nacken äußerte sich Albert Müllenborn nach dem ersten Wallfahrtstag, an dem 71 Pilgerinnen und Pilger einen Weg von 34 Kilometern von Nettersheim nach Barweiler zurücklegten.
 
Früh am Morgen, um kurz nach sieben Uhr, startete der Tag mit einer Messe in St. Martin in Nettersheim. Pater Wieslaw Kaczor, der Leiter der GdG Steinfeld, sowie sein Salvatorianer-Kollege Frater Philipp Sauter gingen in der Lesung etwa auf die Vergänglichkeit des Meschen ein, einem Windhauch gleich. An der Orgel sorgte für die musikalische Begleitung Kirchenmusiker Thomas Gehrke. Nach dem Pilgersegen, den Pater Wieslaw den Anwesenden spendete, gaben zunächst die beiden Mitorganisatoren Albert Müllenborn und Haupt-Brudermeister Guido Meyer Instruktionen.
 
Albert Müllenborn: "Disziplin ist heute, in der Corona-Zeit, das A und O. Zudem müssen wir uns an die AHA-Regeln halten: Das bedeutet Abstand halten, Hygienemaßnahmen einhalten und in bestimmten Situationen, etwa am Verpflegungswagen, die Alltagsmasken tragen." Masken trugen auch die Mitglieder der Malteser Hilfsorganisation, die den Tross begleiteten ebenso wie ein Bus samt Anhänger der Firma Lörcks. Dieser Bus war mit allem gefüllt, was eine Wallfahrt benötigt: Etwa Handwerkszeug aller Art, so sorgte etwas Secomastic aus einer Kartusche dafür, dass die goldenen Enden einer Fahnenstange auch während des Weges an ihrem Platz blieben und nicht immer wieder abfielen.
 
Zum ersten Mal ging Petra Meyer mit, 47 Jahre und aus Nettersheim. Die Mutter von drei teils schon erwachsenen Kindern sagt zu ihrem Entschluss: "Corona spielte da eine Rolle. Ich dachte, dass man derzeit gar nicht mehr so richtig vor die Türe kommt und überlegte, dass die Wallfahrt dazu doch eine gute Gelegenheit bietet. Zudem habe ich eine Freundin, die sehr krank ist, für sie habe ich in Barweiler eine Kerze angezündet. Und ich weiß heute schon: Auch im kommenden Jahr werde ich wieder mitgehen."
 
In Freilingen kehrte die Pilgerschar zum Mittagessen ein und in Müsch gab es Kaffee und Kuchen. In jedem Ort auf der Strecke der Wallfahrt machten die vier Musiker, die mit ihren Instrumenten mitliefen, Musik. Mit etwas Verspätung trafen die Nettersheimer dann in Barweiler ein. Im Gänsemarsch ging es durch die Wallfahrtskirche St. Gertrud, an der Maria, der "Lieben Frau mit der Lilie, der Königin des Friedens", vorbei. Dann durfte, wegen der Corona-Regeln, nur noch ein gewisser Teil der Gläubigen an der Pilgermesse in St. Gertrud teilnehmen. Anschließend ging es zum gemütlichen Beisammensein in ein Barweiler Restaurant. Einige Pilger fuhren noch am Abend mit dem Auto wieder nach Nettersheim. Andere, so etwa Albert Müllenborn, gingen am darauf folgenden Tag zu Fuß zurück in ihren Heimatort.